UN-Weltklimabericht

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Felisor
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Re: UN-Weltklimabericht

#1481

Beitrag von Felisor »

rumfahrer hat geschrieben: Do 20. Jan 2022, 14:30
Wie kann man da noch weiter diskutieren?
Wie soll man mit jemand diskutieren, der CO2-Neutralität fordert? Das bedeutet, dass man auf jeglichen Verbrauch fossilen Kohlenstoffs verzichtet. Und das ist Stand heute, bis in 20 Jahren definitiv nicht möglich (wenn nicht noch jemand nächste Woche die ultimative Energiequelle auftut, die genug Energie liefert, praktisch unbegrenzt zur Verfügung steht, portabel und jederzeit verfügbar ist). Selbst Plastik dürfte dann nicht mehr verwendet werden, da dies selbst aus Erdöl erzeugt wird und irgendwann in der Müllverbrennung landet.

Selbst nur der Umstieg in der Stromproduktion auf ausschließlich regenerative Energien (meilenweit weg von CO2-neutral) wird zu einer Einschränkung der Lebensgewohnheiten führen. Erst recht, wenn man damit versucht, fossile Energieträger auch in anderen Bereichen zu ersetzen (Wärmepumpe als Heizung, e-Autos). Dazu wäre ein massiver Ausbau des Stromnetzes, und zwar nicht nur überregional mit Hoch- und Höchstspannungsleitungen, sondern vor allem auch der lokalen Verteilernetze, nötig. Es müsste praktisch in den nächsten 20 Jahren jede Stadt, jedes Dorf, jedes Industriegebiet einmal komplett umgegraben werden, um entsprechende Leitungsquerschnitte zu verlegen, die das Mehr an benötigtem Strom überhaupt transportieren können.

Ohne massiven Verzicht wird CO2-Neutralität nur ein Wunsch bleiben. Man könnte es als das ferne Ziel betrachten, dass man ohnehin zu Lebzeiten nicht mehr erreichen kann. Als "Ansporn" sozusagen. Der Silberstreif am Horizont. Aber ein Ansporn, der von vorne herein unerreichbar ist, verleitet zur Nachlässigkeit. "Ach, schaffen wir ja eh nicht, da kann ich auch zweimal im Jahr verreisen, dafür kauf ich dann im Winter eben keine Erdbeeren." Jeder Diätberater weiß, lieber kleine Ziele setzen und erreichen als am großen Ziel zu scheitern und aufzugeben. Von daher sollten vor allem die "Einpeitscher" zeigen, dass die Ziele zu erreichen sind. Wer in 20 Jahren CO2-Neutralität von allen verlangt, der sollte heute schon zeigen, dass (und wie) es möglich ist. Wer aber nur mit Entschuldigungen und Kompromissen kommt, der gibt indirekt zu, dass die von ihm geforderten Ziele unerreichbar sind...
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Nikolena
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Re: UN-Weltklimabericht

#1482

Beitrag von Nikolena »

Felisor hat geschrieben: Do 20. Jan 2022, 14:55
Das bedeutet, dass man auf jeglichen Verbrauch fossilen Kohlenstoffs verzichtet.
Ich meine dass die Kompensation da eine besondere Rolle spielen soll und muss.

Wie schon oft beehauptet glaube auch ich, dass allem Voran der Verzicht auf Gewohntes und Liebgewonnenes, manchmal einfachste aber schon selbstverständlich anzusehende Dinge, gestellt werden muss. Energieinsparung da schon zum Einfachsten - und ist schon schwer genug.

Und das ist das Hauptproblem.
Es grüßt der Wolfgang :-)

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rumfahrer
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Re: UN-Weltklimabericht

#1483

Beitrag von rumfahrer »

Felisor hat geschrieben: Do 20. Jan 2022, 14:55
Selbst nur der Umstieg in der Stromproduktion auf ausschließlich regenerative Energien (meilenweit weg von CO2-neutral) wird zu einer Einschränkung der Lebensgewohnheiten führen.
Und das willst du scheinbar nicht, anders kann man deine langen Traktate nicht verstehen. Ich nehme hier ebenfalls den Ausgang.

Tschau
Steffen
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Die Ebene ist der Gipfel geografischer Niveaulosigkeit - schöne Grüße
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Re: UN-Weltklimabericht

#1484

Beitrag von Felisor »

Nikolena hat geschrieben: Do 20. Jan 2022, 15:02
Ich meine dass die Kompensation da eine besondere Rolle spielen soll und muss.
Ich denke, dass Kompensation vor allem ein kleines Feigenblatt ist, das unsere Scham verdecken soll... Es sei denn, das erzeugte fossile CO2 wird auf Dauer aus dem Kreislauf genommen. Die dafür nötigen Technologien und Ressourcen haben wir aber nicht. Momentan sieht CO2-Kompensation so aus, dass irgendwer irgendwo ein Bäumchen pflanzt, dass dann irgendwann geerntet und im besten Fall zu einem Möbelstück, im schlimmsten Fall zu Grillkohle wird und irgendwann wieder als CO2 in den Kreislauf kommt. Ganz abgesehen davon, dass auch schon das Erhalten bestehender Wälder als Kompensation gilt und in der Bilanz kein einziges Gramm CO2 zusätzlich bindet.
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Re: UN-Weltklimabericht

#1485

Beitrag von Felisor »

rumfahrer hat geschrieben: Do 20. Jan 2022, 15:09
Ich nehme hier ebenfalls den Ausgang.
Und da gehen ihnen die Argumente aus und verschwinden. Dein Traktat, in dem du reichlich mit Beleidigungen um dich geworfen hast, war auch nicht wirklich kürzer (dafür ärmer an Argumenten). Dann diskutier doch mal mit. Überzeuge mich, dass ich falsch liege und wir es schaffen, in 20 Jahren die Anschlussleistung eines jeden Haushaltes mindestens zu verdoppeln. Oder welche Alternativen es gibt. Aber mehr als ein "lass die Grünen mal machen, die wissen schon was sie tun" kommt ja nicht.
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Alfred
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Re: UN-Weltklimabericht

#1486

Beitrag von Alfred »

Mach doch einfach mal eine kleine (Denk-) Pause.

Du bist ja schon wie der frühere Kollege Loewe, nach jedem Post seine Meinung zwischenhacken und immer das letzte Wort haben

Ich bin hier als gutes Beispiel nun auch raus, aber nur kurz, für eine Abkühlung und spreche dann wieder mit, wenn neue Reflektionen kommen.

*PARDON*
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Re: UN-Weltklimabericht

#1487

Beitrag von Sparks (verstorben) »

Eigentlich bin ich bei Hans und Volker. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß.
Aber wer mit in das Horn bläst, das es 5 vor 12 ist oder schon später ist, der sollte nicht mehr im Ballsaal eines untergehenden Schiffes sein, da wäre die Hilfeleistung beim stopfen des Lecks oder an den Rettungbooten angebracht.
Ich tue eigentlich alles was mir als Umweltfreundlich geraten wird. Falle aber nicht in den Kanon der Untergangspropheten ein.
Bis autark ist es noch ein großes Stück des Weges, meinen CO2 Abdruck bei den Lebensmittel habe ich um 70% gesenkt. Beim Heizen und der Mobilität bin ich auf 40% von 2000. Ich mache schon eine ganze Menge, bin mir aber meiner Stellung als Schuldiger bewußt und falle nicht auf greenwashing und andere Parolen so leich rein.
Wer sich wirklich mit der Matherie auseinandersetzt, trotz allem, es wird nicht langen. Hier auf die Lobbyisten einzudreschen finde ich auch fadenscheinig.
Denkt einmal an die Brent Spa und der Aktion von Thilo Bode ( ob mit richtigen oder verkehrten Daten gearbeitet wurde steht nicht zur Debatte), wie schnell knickten Shell und die beteiligten Nationen ein, als die Verbrauche sich zusammentaten.
Nein Leute, nicht die anderen sind schuld, sorry, wenn ihr die Welt retten wollt, müßt ihr das machen. Nachplappern ist auch keine Option. Kein Politiker, kein Lobbyist und auch kein Influencer. Wenn jedes Gramm CO2 zählt, dann muß zuerst in den Spaßabteilungen CO2 gespart werden. Ich bin dann gerne dabei, aber immer wieder als der Dumme da zu stehen, der spart und verzichtet und andere sagen, das was ich mache brauche ich, nee die Zeiten sind vorbei. Da muß dann aber auch alles auf den Prüfstand. Da muß dann jeder CO2-Emittent unter die Lupe, vom Motorsport bis zur Tierhaltung.
Es ist eigentlich auch wieder einmal typisch, läuft eine Diskussion nicht wie gewünscht dann verdrückt man sich.

P.S. machen eine von Alfred empfohlene Denkpause.
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vorerst
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Re: UN-Weltklimabericht

#1488

Beitrag von vorerst »

rumfahrer hat geschrieben: Do 20. Jan 2022, 15:09
Ich nehme hier ebenfalls den Ausgang.
Tschau
Steffen
Finde ich schade aber ich kann dich vollauf verstehen und bedanke mich für deine Beiträge.
Anon26
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Re: UN-Weltklimabericht

#1489

Beitrag von Anon26 »

rumfahrer hat geschrieben: Do 20. Jan 2022, 15:09
Und das willst du scheinbar nicht,
Ich kann das wollen und mir leisten - viele koennen das nicht - denn erneuerbare Energien, neue Elektroautos, und und gibt es nicht zum Nulltarif.
Und das Geld was in den Klimaschutz geht das ist nicht mehr zur Verfuegung fuer Konsum.
Und wenn der Konsum sinkt - was ja teilweise gewollt ist - was passiert dann mit der Wirtschaftsleistung und den Arbeitsplaetzen.

Wenn man Klimaschutz mit Arbeitsplaetzen vereinen will dann geht das mit Sicherheit nicht mit HauRuck sondern nur in angepassten Schritten.

Beste Gruesse Bernd
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Hans 7151
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Re: UN-Weltklimabericht

#1490

Beitrag von Hans 7151 »

rumfahrer hat geschrieben: Mi 19. Jan 2022, 10:44
Bei allen immergleichen Fossil- und Atom-Beharrungsversuchen oder Dunkelflauten-Szenarien - die verantwortlichen Praktiker sind schon auf einem guten Weg:

sueddeutsche.de: München steigt aus Kohle und Atom aus

Gruß
Steffen
Mal nachgefragt, Steffen ist ja angeblich ausgestiegen. Vielleicht weis jemand Antworten.
1. München also die SWM hat Onshore und Offshore Stromerzeugung in Deutschland und Europa. Aber wie kommt der Strom nach München? Oder ist das nur eine rein rechnerische Auslegung, daß der Strom im Norden produziert und auch verbraucht wird aber die Anlagen der SWM gehören und in München statt dessen fossiler Stromverbraucht wird? Aber rein rechnerisch ist man Klimaneutral?
2. Dann soll auf Gas umgerüstet werden, lohnt es sich wirklich für ca 15 Jahre umzubauen und noch mehr Importe von Russland.
3. Dann soll/wird (angesichts der angespannten Lage mit Russland) Gas und Ölfelder verkauft. Ich verstehe nicht warum, wir werden immer Erdöl brauchen wenn auch nicht mehr zur Verbrennung aber zur Herstellung von Produkten. Man bleibt und macht sich doch noch weiter abhängig vom Ausland.
Machen diese Massnahmen wirklich Sinn so daß sie der Umwelt nützen?

Grüße Hans
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walter7149
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Re: UN-Weltklimabericht

#1491

Beitrag von walter7149 »

Hallo Hans
ja, zu 1. kann ich dir eine Antwort geben.
Stadtwerke München kaufen sich ein in Windkkraftanlagen in Norwegen.
In N gab es so lange keine Windkraftgegner, bis sich ausländische Konzerne ganz heimlich bei schon im Bau befindliche
Windparks einkauften. Dafür wird hier Quadratkilometerweise unberührte Natur erschlossen und damit zerstört.
Mußten sie so machen, weil, wenn sie schon in der Planungsphase mit in den Papieren standen, gab es von den norwegischen
Behörden keine Konzession und keine Genehmigungen.

Ich könnte noch mehr schreiben, laß es aber lieber.
Bild

Einmal selbst sehen, erleben und ausprobieren, ist mehr als 100 Neuigkeiten hören oder lesen.
Grüße von Walter aus Selbu
Reisen mit C-Carver771L, mit Vollausstattung, 800 Ah LiFePO4-Batt.-Kap. 1040 Wp Solar
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Hans 7151
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Re: UN-Weltklimabericht

#1492

Beitrag von Hans 7151 »

Aber der Strom kommt doch nicht wirklich nach München. Das ist doch nur rein rechnerische Schönfärberei

Grüße Hans
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Alfred
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Re: UN-Weltklimabericht

#1493

Beitrag von Alfred »

Hans 7151 hat geschrieben: Fr 21. Jan 2022, 08:38
Aber der Strom kommt doch nicht wirklich nach München. Das ist doch nur rein rechnerische Schönfärberei

Grüße Hans
Wenn du mit Strom die Elektronen in der Leitung meinst, hast du recht. Bei Wechselstrom vibrieren die nur ein wenig im Kupfer umher.

Der Fachmann spricht bei Überlandleitungen nicht von Strom sondern von elektrischer Energie, welche transportiert wird.

Du kannst dir das Netzwerk so vorstellen, wie eine lange Wasserleitung mit vielen Abzweigen, mehreren Druckpumpen (Kraftwerke) und vielen Wasserhähnen (Verbraucher). Solange alle Wasserhähne geschlossen sind, reicht eine Pumpe irgendwo im Netz, damit im Leitungsnetz Druck (Spannung) ist. Macht man immer mehr Wasserhähne auf, beginnen die Pumpen ins Netz einzuspeisen. Dabei spielt es keine große Rolle, welche Pumpe wieviel einspeist, solange nur der Druck einigermaßen gleich bleibt.

Will ein Pumpenbetreiber (Kraftwerksbesitzer) nun mehr Wasser (Energie) einspeisen, muss er nur ein wenig den Druck erhöhen. Ihm ist in dem Fall völlig egal, aus welchem Wasserhahn sein Wasser (Energie) entnommen wird.

So kann bei ausreichend gut ausgebautem, "starkem" Netz ein Windkraft-Betreiber an der Nordsee selbstverständlich Energie in Richtung München schieben, auch wenn seine Elektronen immer schön in seiner Nähe bleiben.

Verstanden?

Grüße, Alf
Felisor
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Re: UN-Weltklimabericht

#1494

Beitrag von Felisor »

Alfred hat geschrieben: Fr 21. Jan 2022, 09:01
Verstanden?
Noch nicht ganz... in der Maschinistenausbildung bei der Feuerwehr hab ich was von Druckverlust pro Schlauchlänge erzählt bekommen. Pro 20m B-Schlauch (das sind die dicken Druckschläuche) etwa 1,2 Bar. Wir haben dann mal theoretisch eine Förderstrecke durchgeplant mit Verstärkerpumpen dort, wo der Druck dann unter 3 Bar war. Und was soll ich sagen, an den Pumpen sind dann tatsächlich nur die errechneten Drücke angekommen...
Deshalb vermute ich mal, dass die Windanlagen in der Ostsee die Energie zwar durchaus Richtung München schieben können, aber irgendwo zwischen Berlin und Leipzig wird dann wohl schon kein Druck mehr auf der Leitung sein, bzw. der Spannungsabfall so groß sein, dass nicht mehr viel von dem Strom ankommt, der in der Ostsee in die Leitung gedrückt wird, wenn nicht zwischendurch Kraftwerke immer wieder neu anschieben.

Ich denke, es wird tatsächlich eher so laufen wie Hans sich das denkt. Der Strom wird in räumlicher Nähe zum Erzeuger verbraucht. Der bekommt dann Ökostrom, auch wenn er eigentlich nur den Billigtarif mit Atomstrom gebucht hat, während in München tatsächlich eher Braunkohlestrom aus Tschechien ankommt, den ein preisbewusster Mensch in Düsseldorf bestellt hat...

Ein einfaches Modell wäre wohl eine große Schüssel, um die ringsrum die Pumpenbetreiber sitzen und ihr Wasser hinein pumpen. Dazwischen sitzen dann die Verbraucher und ziehen sich einfach das Wasser aus der Schüssel, das da ist. Ziemlich wahrscheinlich wird es von dem Pumpwerk nebenan stammen. Der Verbraucher kann sich aber heraussuchen, bei welcher Pumpstation rund um die Schüssel er sein Wasserkontingent kauft, der Pumpenbetreiber pumpt die Menge dann in die Schüssel. Und das Kontingent kann ich eben auch beim Pumpwerk auf der anderen Seite der Schüssel kaufen, auch wenn das Wasser nie bei mir ankommt...
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Alfred
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Re: UN-Weltklimabericht

#1495

Beitrag von Alfred »

Felisor hat geschrieben: Fr 21. Jan 2022, 10:25
Ich denke, es wird tatsächlich eher so laufen wie Hans sich das denkt. Der Strom wird in räumlicher Nähe zum Erzeuger verbraucht. Der bekommt dann Ökostrom, auch wenn er eigentlich nur den Billigtarif mit Atomstrom gebucht hat
Dein Problem ist, dass du die Sache mit "Strom" vs "Energie" nicht akzeptieren willst.
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Re: UN-Weltklimabericht

#1496

Beitrag von Sparks (verstorben) »

Alfred hat geschrieben: Fr 21. Jan 2022, 12:09
dass du die Sache mit "Strom" vs "Energie"
Alfred ist ja auch nicht ganz einfach. Wasser kannst du sehen Strom nur indirekt.
Dann bekommst du gesagt und kannst auch berechen wieviel Leitungsverluste man bei welchem Material mit entsprechenden Querschnitt und welcher spannung du hast.
Dies liest sich ähnlich dem Druckverlust in Rohren (Rohrreibungszahl) beim Wasser und schon....
Das ist die Krucks bei Vergleichen, beim Wasser wird halt ein Molekül weitergeschoben, bei der Elektritzität nur die Energie, wenn ich es richtig verstanden habe.
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Alfred
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Re: UN-Weltklimabericht

#1497

Beitrag von Alfred »

Nicht vergessen, dass wir ein Verbund-NETZWERK haben und nicht eine einzelne Leitung von der Nordsee nach München. Deshalb ist der Vergleich mit einem einzelnen Wasserschlauch der Feuerwehr nicht anzunehmen.

Es ist übrigens nicht nötig, alles zu verstehen. Macht aber auch keinen Sinn, alles was man nicht versteht in Frage zu stellen oder als unmöglich zu bezeichnen.
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Alfred
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Re: UN-Weltklimabericht

#1498

Beitrag von Alfred »

Felisor hat geschrieben: Fr 21. Jan 2022, 15:10
Dann gehen wir's halt mal mathematisch an...

Strom = I = "Menge" der fließenden Ladung
Spannung = U = "Kraft" der fließenden Ladung

Energie/Arbeit = E oder W = Was kann ich mit der Menge an Strom und der Kraft, mit der er "bewegt" wird, schaffen. (Elektrische) Energie errechnet sich aus Stromstärke multipliziert mit der Spannung. E=U*I
Ein Heizlüfter mit der Angabe "500W" wandelt 500W elektrischer Energie z.B. in 500 W Wärmeenergie um. Der dazu benötigte Strom bei 230V beträgt folglich 500 W(VA) / 230 V = ca. 2,2 A (E=U*I I=E/U)

Leistung = P = Pro Zeiteinheit "umgesetzte" Energie/ verrichtete Arbeit. Am Beispiel des Heizlüfters: Würde dieser zwei Stunden lang laufen, hätten wir 0,5kW * 2h = 1kWh elektrische Leistung verbraucht. Umgangssprachlich "Strom auf dem Stromzähler", da die Spannung am Haushaltsstrom immer gleich, nämlich 230V ist.

Problem: Die Energie/der Strom fließt nicht ungebremst durch Leitungen. Weder in einem Verbundnetz noch in einer Einzelleitung, da die Leitungen einen Leitungswiderstand haben. Der Widerstand ist dabei abhängig vom Querschnitt des Leiters A, der Länge l und dem spezifischen Leitwert p. (R=p*l/A) Vereinfacht gesagt, das Metallgitter in den Kabeln "bremst" die Elektronen, es muss bei längerer Leitung auf der einen Seite mehr "Kraft" (Spannung) aufgewendet werden, um die gleiche Menge an Elektronen (Stromstärke) durch das längere Kabel zu drücken. Oder ich drücke in der längeren Leitung mit gleicher Kraft eben weniger Elektronen durch die Leitung. Die Formel dazu lautet: R=U/I, wobei U das "Mehr" an Spannung ist, die ich aufwenden muss, um den Strom durch den Widerstand zu "drücken" im Vergleich zu einer widerstandsfreien Leitung. Oder p*l/A=U/I. Gehen wir der Einfachheit halber von einem direkten Kabel von der Nordsee nach München aus. Damit bleibt p und A konstant. Diese Konstante nennen wir r, als leitungsspezifischer (wobei sich die Leitung eben durch Querschnitt und verwendetem Material spezifiziert, also z.B. eine 16mm² Kupferleitung) Widerstand. Damit gilt dann r*l = U/I. Mit unserer Formel E= U*I können wir so errechnen, welche Energie in der Leitung "verloren" geht, respektive auf dem Weg von der Nordsee nach München in Wärme umgewandelt wird.
r*l = E/I*I; E = I² *r*l Also die verlorene Energie wird größer, je höher der Strom, je höher der Leitungswiderstand oder je länger die Leitung wird. An der Strecke Nordsee-München können wir nicht viel ändern. Es bleibt also, einen größeren Leitungsquerschnitt zu verlegen, was aber das Kabel schwerer macht und damit die Mastkonstruktion aufwändiger würden. Oder eben die Spannung zu erhöhen. Deswegen auch Hochspannungsleitungen. Bei uns üblicherweise im Bereich von 110kV. Höhere Spannung würde eine bessere Isolation nötig machen, bei Freilandkabeln wäre das durch höhere Masten zu regeln. Man sieht also, bei der Übertragung elektrische Energie gibt es gewisse physikalische und wirtschaftliche Grenzen. Daher erfolgt die Übertragung meist mit 110kV Leitungen, die einen Kompromiss aus Leitungsverlusten und Wirtschaftlichkeit darstellen. Die Verluste betragen etwa 6%/100km.
Bei etwa 800km von der Nordsee bis München wären die Leitungsverluste etwa bei 50%. München müsste also an der Nordsee doppelt so viel "Strom" (eigentlich elektrische Energie, ich werde der Einfachheit halber jetzt nur noch von "Strom" schreiben, da es letztendlich ja um die Ampere geht, die im Haushalt bei 230V Spannung gezogen werden) einkaufen, als in München verbraucht würde, würde man tatsächlich den Strom von der Nordsee nach München auf einer exclusiven Leitung durchleiten. Oder anders gesagt, die Münchner müssten das Doppelte für die kWh Strom zahlen als die Hamburger (genauer gesagt, den doppelten Arbeitspreis). Deswegen hatte man bisher auch darauf geachtet, Strom möglichst dort zu erzeugen, wo er verbraucht wurde, um möglichst wenig Energie zu "verlieren". Und ganz nebenbei auch möglichst wenig der teuren Hochspannungsleitungen zu brauchen. Wenn München jetzt aber anfängt, "tatsächlich" nur noch Windstrom aus der Nordsee zu nutzen, indem Kraftwerke in der Umgebung Münchens (AKW Isar 1+2, Gundremmingen, Gaskraftwerke in und um München) abschaltet, müssen also andere Kraftwerke mehr als nur den eigentlich benötigten Strom erzeugen, da ja mehr Leitungsverluste entstehen. Ganz nebenbei haben wir aber das Problem, dass wir die Leitungen dafür nicht haben und generell immer mehr Kraftwerke abschalten, also auch andere Regionen von irgendwoher Strom brauchen. Alles aus der Nordsee zu verteilen würde also schon mal für jedes verbrauchte Watt 1,5Watt Erzeugerkapazität beanspruchen, das über Leitungen transportiert werden müsste, die dieser Energiemenge gar nicht gewachsen sind. Also wird vor allem die Stromproduktion in den näher an München gelegenen, verbliebenen Kraftwerken hochgefahren (die produzierte elektrische Leistung erhöht), um nicht das gesamte Leitungsnetz zu überlasten, wenn der Strom von der Nordsee nach München soll.
Und jetzt kommt dann noch mal das Problem, dass der Nordsee-Windstrom gar nicht immer dann zur Verfügung steht, wenn der Hubers Xaver grad seinen Boiler zum Duschen aufheizt. Von daher ist das ganze Einkaufen von Nordseestrom im Endeffekt doch wieder nur eine Nullnummer, weil der Strom eben NICHT zur Deckung des Münchner Bedarfs hergenommen wird, sondern aus einem großen Strompool, in den jedes Kraftwerk eben so viel elektrische Leistung einspeist, dass bei der entnommenen Strommenge in seiner Umgebung eine Spannung von 230V gehalten werden kann und gleichzeigt aber auch nicht die Stromleitungen mit der Lichtproduktion beginnen. Und deswegen drehen sich dann auch die Windräder in der Nordsee nicht schneller, wenn in München mehr Strom verbraucht wird, sondern es fahren die Gaskraftwerke in Ingolstadt, Regensburg oder Augsburg hoch.

Und deshalb ist auch die Energiewende ohne Speicher einzuplanen und nur darauf zu hoffen, dass irgendwo schon irgendwer genug Strom produziert, einfach eine denkbar schlechte Idee. a) hab ich immer höhere Verluste, je weiter ich den Strom "herschaffen" muss b) brauche ich ein entsprechend leistungsfähiges Netz, dass dann auch den Strom transportieren kann. Aktuell dient das Hochspannungsnetz ja nur dazu, die geringen Schwankungen der lokalen Kraftwerke auszugleichen. Der Plan, nachts Windstrom aus der Nordsee in Deutschland zu verteilen, tagsüber Sonne aus dem Süden wird so nicht funktionieren, wenn wir dann auch noch im Falle einer "Dunkelflaute" auf die Wasserkraft aus Norwegen zurückgreifen wollen.

Und dazu kommt noch, dass wir die Unmengen Energie, die wir derzeit aus Diesel und Benzin holen, ebenfalls durch elektrische Energie ersetzen wollen. Unser Netz also neben dem massiven Energieausgleich (bis jetzt wurde ja Strom vor allem lokal nach Bedarf produziert) verursacht durch die unsteten erneuerbaren Energien auch noch jede Menge zusätzlicher Verbraucher verkraften muss.

Und deshalb kann es nicht funktionieren, wenn München lokale Kraftwerke abbaut und Strom am anderen Ende Deutschlands einkauft, bzw. noch andere Städte diesem Prinzip folgen würden.
Na dann ... :hurah2;
Anon26
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Wer frueher stirbt hat mehr vom Tod

#1499

Beitrag von Anon26 »

Millionen von Langzeittoten durch Kernkraft.
Schade das sich Grüne durch ihre eigenen Beiträge ins Aus schiessen.

Leider mal ein Post im Stil der Bildzeitung Titelseite

Je mehr AKW desto grösser die Gefahr.
screenshot-79 copy.jpg


Beste Gruesse Bernd
peene
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Re: UN-Weltklimabericht

#1500

Beitrag von peene »

Das Landwirtschaftsministerium hat hier in MV der Organisation FFF ( die mit dem Hungerstreik vor dem Kanzleramt) 10 Hektar Land kostenlos zur Verfügung gestellt , für Klimaprojekte , zb ginge ja Aufforsten .
Es wurde von FFF abgelehnt , jahrelange Verantwortung und Arbeit ist wohl doch was anderes wie Freitags in der Schulzeit ... oder sich in Talkshows darstellen ... von anderen vordern .... usw.
Gesperrt

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